Jokkmokk – samische Kultur am Polarkreis

Die charmante Stadt Jokkmokk liegt in Lappland, in direkter Nähe des nördlichen Polarkreises. Obwohl der Ort nur 2.759 Einwohner zählt, ist er das kulturelle Zentrum der samischen Kultur innerhalb Schwedens. Überregional bekannt ist Jokkmokk für den jährlich im Februar stattfindenden Wintermarkt (vintermarknad), der dieses Jahr leider nur virtuell stattfinden kann.

Der Wintermarkt in Jokkmokk

Die Samen sind ein indigenes Volk im Norden Skandinaviens, der auch Sápmi genannt wird und zählen zu den Ursprungsvölkern. Menschen, die sich heutzutage als samisch bezeichnen, leben in Schweden, Finnland, Norwegen, aber auch in Russland. Seit dem späten Mittelalter gab es Bestrebungen, die Sami von ihrem ursprünglich animistischem Glauben zum Christentum zu bekehren. König Karl der IX. ließ verschiedene Marktplätze im Norden des Landes anlegen, um den Handel mit den Samen, aber auch die Christianisierung voranzutreiben. 1602 wurde der Ort das erste Mal in einer Urkunde erwähnt und im Jahre 1605 fand der berühmte Markt das erste Mal statt. Normalerweise können Touristen dort beispielsweise samisches Kunsthandwerk, Rentierfelle oder -wurst erwerben, was dieses Jahr aufgrund der Pandemie ausfallen muss, das erste Mal in der Geschichte des Marktes.

Samisches Kunsthandwerk
Samisches Kunsthandwerk. Foto: Pernilla Ahlsén/imagebank.sweden.se

Jokkmokk – Museen, Handwerk und Natur

Das im Jahre 1989 eröffnete Ájtte, das schwedische Fjäll -und Samenmuseum, gibt Einblick in die Kultur und die Lebensweise des samischen Volkes. So kann der Besucher mehr über die Sagenwelt und die ursprünglichen religiösen Vorstellungen der Samen erfahren. Einen wichtigen Teil nimmt auch die Vorstellung der nordischen Tierwelt und des nahe gelegenen Nationalparks Sarek ein. Im liebevoll ausgestatteten Museumsshop sind (meist in schwedischer oder samische Sprache verfasste) Fachbücher, Textilien oder Kunsthandwerk erhältlich. In der Sommersaison lädt der zum Museum gehörende Fjällbotanische Garten zur Erkundung ein. Er liegt rund zehn Gehminuten vom Museum entfernt, direkt am Talvatissjön (Talvatis-See), wo sich auch ein samischer Skulpturenpark befindet. Da Jokkmokk jenseits des Polarkreiseses liegt, bietet sich ein Urlaub in der Zeit der Mitternachtssonne ebenso an wie in der Polarnacht. So ist es zum Beispiel ein besonderes Erlebnis, um drei Uhr nachts bei strahlendem Sonnenschein am See zu sitzen und dem Zwitschern der Vögel zu lauschen.

Der Sarek – Teil des UNESCO-Welterbes Laponia

Nationalpark Sarek

Der Sarek-Nationalpark. Foto: Fredrik Schlyter/imagebank.sweden.se

Der Sarek-Nationalpark ist rund 1970 Quadratkilometer groß und Teil des UNESCO-Welterbes Laponia. Das Landschaftsbild präsentiert sich dort durch den Wechsel zwischen Hochebenen und Tälern sehr abwechslungsreich. Der einsame Wanderer hat zudem die Möglichkeit, Gletscher und einige von Schwedens höchsten Bergen zu erklimmen. Das Gebiet ist sehr wasserreich, sodass Touristen mitunter durch Flüsse und Bäche waten müssen, da es nicht überall Brücken gibt. Wer sich eine Wanderung allein nicht zutraut, kann sich im Tourismusbüro in Jokkmokk über geführte Touren informieren. Auch Touren mit dem Hundeschlitten, Kanufahren und ähnlich naturnahe Aktivitäten werden angeboten.

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Titelfoto: Asaf Kliger/imagebank.sweden.se

4 Gedanken zu „Jokkmokk – samische Kultur am Polarkreis“

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