Ystad – zum Sterben schön

Trübes Wetter, Regen und eine Mordrate, auf die Städte wie New York oder Mexiko City neidisch wären: Das kleine Ystad macht in den berühmten Wallander-Krimis wirklich keinen idyllischen Eindruck. Dabei besticht die Heimat des vielbeschäftigten Kommissars durch ein pittoreskes Stadtbild und ein anregendes kulturelles Programm.

Ystad – mehr als nur Wallander

Ein Highlight Ystads ist das im Jahre 1267 von Franziskanern gegründete Kloster, das im Laufe seiner Geschichte diversen Veränderungen unterworfen war. Als die Reformation den Ort erreichte, wurde das sakrale Gebäude in ein Hospital umgewandelt. Später verwandelte sich das Kloster in eine Brennerei, um dann dem Verfall überlassen zu werden. Zwischen 1909 und 1912 baute man das Kloster wieder auf und es steht seitdem unter Denkmalsschutz. Heute beherbergt es ein Museum mit wechselnden Ausstellungen und eine Bibliothek. Malerisch sind auch die das Gebäude umgebenden Gärten, so zum Beispiel der von der Künstlerin Maria Björklund entworfene Rosengarten.

Der Klostergarten in Ystad. Foto: Mirja Dahlmann
Der Rosengarten am Kloster. Foto: Mirja Dahlmann

Wer durch die Innenstadt flaniert, entdeckt viele prächtige Gebäude, wie das im Jahre 1480 erbaute „Pilgrändshuset“, das älteste Fachwerkhaus im nördlichen Raum Europas. Das „Brigittahuset“ aus dem 16. Jahrhundert war der Aufenthaltsort Karl des XII., wenn er der Stadt einen Besuch abstattete. Diese Pracht entfaltete sich, da Ystad ab dem 14. Jahrhundert von der Hanse geprägt war und dadurch vom Fischerdorf zu einem Handelsplatz aufstieg.

Berühmte Orte – Auf den Spuren eines Kommissars
Ein bisschen ranzig: Mariagatan 10, der Wohnort von Kurt Wallander. Foto: Carsten Dahlmann

Aber was ist nun mit dem berühmten Polizeibeamten aus Henning Mankells Romanen? Natürlich locken auch die historischen Gebäude, aber sicherlich will der Reisende erfahren, wo der fiktive Kommissar Wallander seine Spuren hinterlassen hat. Freunde des schwedischen Films kennen das Ystad Filmstudio, wo neben Wallander auch andere Werke entstehen. Darüber hinaus haben Urlauber täglich die Möglichkeit, alle Wallander-Orte in einem ausgedienten Spritzenwagen der Feuerwehr zu besuchen. Wer den Orten auf eigene Faust nachspüren möchte, kann dies aber mit Hilfe einer App tun. Auf der Webseite von Ystad findet man diese. Innerhalb des Ortes sind viele Plätze aus den Romanen fußläufig erreichbar, zum Beispiel die Mariagatan 10, wo Kurt Wallander in einigen Filmen wohnt.

In der Nähe des Hafens und des Tourismusbüros liegt ein weiterer Ort, der wichtig für den Kommissar der Herzen ist. Dass Wallander mit Übergewicht kämpft, ist sicherlich kein Wunder, denn er ist Stammgast bei Fridolfs Konditori , wo es deswegen sogar eine eigens kreierte Wallander-Torte gibt.

Die Wallander-Torte aus Fridolfs Konditori. Foto: Carsten Dahlmann
Die Wallandertorte ist eine Kalorienbombe. Foto: Carsten Dahlmann

Mord und Totschlag – die nähere Umgebung von Ystad

Auch die nähere Umgebung der Stadt muss sich ihren schlechten Ruf hart erkämpfen. Der feine Sandstrand des Naturschutzgebiets Sandhammaren ist gerade bei Sonnenwetter absolut malerisch, obwohl man dort aufgrund der starken Strömungen wachsam sein sollte. Eine weitere Sehenswürdigkeit aus Mankells Romanen ist die Schiffssetzung Ales Stenar in Kåseberga, die auf einem Plateau über der Ostsee thront und ein Lieblingsort des Kommissars Wallander ist. Dort befinden sich zahlreiche Schafe, ein kleiner Hafen mit Gastronomie und es bietet sich ein grandioser Ausblick auf die Ostsee. Es gibt also viele Gründe, Ystad und Umgebung zu erkunden.

Foto: Conny Fridh/imagebank.sweden.se

Titelfoto Kloster Ystad: Fredrik Ekblad

4 Gedanken zu „Ystad – zum Sterben schön“

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