Birka – Wikingerstadt im Mälaren

Die Insel Björkö liegt rund 30 Kilometer von Stockholm entfernt und war zwischen dem achten und dem zehnten Jahrhundert Standort des berühmten Handelsplatzes Birka. Seit 1993 zählt die längst vergangene Stadt zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist ein beliebtes Ziel für Touristen.

Birka – ehemaliger Handelsplatz im Mälaren

Da die Skandinavier durch den Gebrauch von schnellen und effizienten Schiffen sehr mobil waren, steuerten sie auf ihren Reisen diverse Häfen in aller Herren Länder an. Orte an der Küste wurden zu Zentren des Handels. Günstig gelegen waren unter anderem die Städte Haithabu (im heutigen Schleswig-Holstein) oder Lindholm Høye im dänischen Jütland. An diesen Orten wechselten kostbare und seltene Waren wie Pelze, Gewürze oder Glas den Besitzer. Auf Birka gaben die Präsenz eines Königs sowie ein regelmäßig stattfindendes Thing den Bürgern und Besuchern Rechtsgültigkeit für Geschäfte und einen unbesorgten Aufenthalt auf der Insel. Heute ist der einst von Händlern bevölkerte Ort ein nur von Schafen bewohnter Platz, der trotz des Tourismus zu stiller Betrachtung einlädt.

Landschaft Birka Mälaren
Landschaft auf Birka Foto: Carsten Dahlmann

Birka und die Ärchäologie

Aufgegeben wurde die Stadt im zehnten Jahrhundert, die genauen Gründe dafür liegen im Dunkeln. Als Ersatz diente die heute noch existierende Stadt Sigtuna. Archäologisch interessant ist Birka aufgrund der rund 2300 Gräber, die ab dem Jahre 1680 teilweise wissenschaftlich untersucht wurden. Rund 50 Prozent der Verstorbenen wurden verbrannt, was auf nichtchristliche Bestattungsriten hinweist. In der Tat waren die Bewohner Birkas weniger offen für die Bemühungen der Missionare, die vor Ort waren. So erinnert zwar das im Jahre 1834 aufgestellte Ansgar-Kreuz an die Besuche des bereits in Haithabu wirkenden gleichnamigen Missionars, jedoch konnte er nur einige wenige Menschen christianisieren. Die in den Gräbern gemachten Funde wurden in viele Richtungen gedeutet. Interessant ist darüber hinaus auch die Diskussion, ob man anhand der Funde nachweisen kann, ob eine echte Schildmaid unter den Bestatteten lag.

Häuser Birka Schweden
Wikingerdorf auf Birka. Foto: Carsten Dahlmann

Birka – Museum, Café und Wikingerdorf

Zu den Highlights auf Birka zählen natürlich das Gräberfeld und das Ansgarkreuz. Von dessen Standort hat der Besucher eine beeindruckende Aussicht auf die Schären. Zusätzlich findet sich auf der Insel ein kleines rekonstruiertes Dorf sowie ein Museum (plus Shop), das einen Überblick über die Geschichte des Ortes gibt. Dort werden aber keine Exponate ausgestellt. Diese findet der an Details interessierte Besucher im Historiska Museet sowie im Königlichen Münzkabinett in Stockholm. Im Café Eldrimner werden schwedische Speisen zu skandinavischen Preisen serviert. Wer ein geringes Budget hat, sollte sich ein größeres Lunchpaket mitnehmen. 😉

Wie komme ich nach Björkö?

Es bietet sich natürlich an, seine Reise in Schwedens Hauptstadt Stockholm zu beginnen. Dort oder online kann man seine Tour buchen. Der Preis beinhaltet die Bootsfahrt durch die Schären und eine geführte Tour. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt in Stockholm ermöglicht der Stockholm-Pass viele Sehenswürdigkeiten zu einem fairen Preise zu besuchen. Die Fahrt zur Insel Björkö ist ebenfalls inbegriffen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe:



Mehr Informationen zu Birka in Bild und Ton auf unserem Reise-Vlog:

Skandinavientour 2016: Birka

Titelfoto: Ola Ericson/imagebank.sweden.se

2 Gedanken zu „Birka – Wikingerstadt im Mälaren“

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